Aktuelle Ausgabe


Editorial

Seit mehr als einem Jahr protestieren Schüler:innen und Studierende weltweit für Klimaschutzmaßnahmen, mit denen das im Weltklimaabkommen beschlossene 1,5-Grad-Ziel der Vereinten Nationen erreicht werden kann. Die Bewegung Fridays for Future, die trotz Corona-Zwangspause nicht an Kraft verloren hat, kritisiert vehement und auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse, dass bisher zu wenig geschehen ist und die Politik mit faulen Kompromissen zu viel Zeit verschwendet hat.

Schnelles und entschlossenes Handeln in Klimafragen ist die einzige Möglichkeit, unsere Welt vor dem langfristigen Kollaps zu bewahren. Dabei kann jede:r vor uns durch ein verändertes Konsum- und Mobilitätsverhalten mithelfen, aber die wirklich nachhaltigen Veränderungen kann nur der Staat anstoßen: Er muss durch Gesetze den Rahmen dafür schaffen, dass unsere Wirtschaft, unsere Energieversorgung, unser Verkehrswesen und alle anderen relevanten Bereiche im Einklang mit den Klimazielen stehen.

Selbstverständlich hat sich im Bereich der Klimaschutzgesetzgebung in der vergangenen Jahren einiges getan: Dank dem vor 20 Jahren eingeführten Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) stammte 2020 mehr als die Hälfte des Stroms in Deutschland aus regenerativen Quellen und auch auf europäischer Ebene will man das Thema Klimaschutz nun mit dem Maßnahmenprogramm des Green New Deal angehen. Die staatlichen Konjunkturprogramme in der Coronakrise haben zudem gezeigt, dass ein reiner Wiederaufbau der auf fossilen Energieträgern fußenden Wirtschaft nicht in Frage kommt. Stattdessen wird versucht, auch den Klimaschutz im Blick zu behalten.

Dennoch: Wie die Autor:innen dieser Ausgabe an zahlreichen Beispielen – vom allgemeinen Zustand des Energierechts, über die Lage in den Bereichen Offshore-Wind und Wasserstoff bis hin zu Agro-PV, Oberleitungs-Lkw und Digitalen Mobilitätsplattformen – verdeutlichen, bildet das Recht an vielen Stellen mit das größte Hindernis für das Gelingen der Energiewende und den zügigen Umstieg auf nachhaltige Formen der Mobilität. Sie zeigen auf, wie die alte, fossile Welt und ihre in Recht gegossenen Pfadabhängigkeiten Maßnahmen zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen ausbremsen und verhindern.

Wir müssen jetzt Recht neu denken und konsequent an den Klimaschutzzielen ausrichten. Daher arbeiten wir mit German Zero an dem Entwurf eines 1,5-Grad-Gesetzespakets, das ein klimaneutrales Deutschland bis 2035 möglich macht – als Vorschlag für die Politik. Enthalten ist unter anderem der Entwurf eines Energiegesetzbuches, das den Rahmen für 100 Prozent erneuerbare Energie bildet. In schwierigen wirtschaftlichen Zeiten benötigen wir gute Gesetzgebung, einen rechtlichen Rahmen, der Innovationen fördert, neue Jobs schafft und eine lebenswerte Welt auch für die kommenden Generationen sichert. Diese Ausgabe gibt einen Überblick darüber, wie das aussehen kann.

Weitere Titel aus der Reihe REthinking:

Rethinking Finance

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Mit REthinking Finance sind Sie immer einen Schritt voraus und lernen innovative Geschäftsmodelle und smarte Technologien für die Finanzfunktion kennen. 

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www.rethinking-tax.com
REthinking Tax informiert über die neuesten Trends der Tax Technology und gibt konkrete Hilfestellung um langfristig konkurrenzfähig zu sein und zu bleiben.